Statements, Standpunkte und Perspektiven

Worin zeigt sich die Bedeutung der sozialen Berufe und was ist das Besondere an den Arbeitsfeldern der Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsberufe?

Statements

Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, Ev. Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

Soziale Berufe sind der Goldstoff der Gesellschaft: Menschen in sozialen Berufen machen das, worauf es wirklich ankommt: Grundwerte vermitteln und sich um die Schwächsten in der Gesellschaft kümmern. Die Beschäftigten in den sozialen Berufsgruppen sind wesentlich für das Funktionieren unserer Gesellschaft verantwortlich. Mit ihrer tagtäglichen Arbeit schaffen sie „mehr Wert“ für uns alle. Soziale Berufe sind Investitionen in die Zukunft!

Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland,
Ev. Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

Initiatorinnen der Aktionswoche

Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann

„Take care“ heißt, „sich um andere kümmern“, aber auch „pass auf!“ Und darum geht es in der Kampagne: In den sozialen Berufen wird Care-Arbeit geleistet, die einen wesentlichen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt leistet und uns in Situationen und Lebenslagen, in denen wir darauf angewiesen sind, Rat, Hilfe und Unterstützung gibt. In der Pandemie ist sehr deutlich geworden, dass Care-Arbeit dafür mehr gesellschaftliche Wertschätzung verdient, bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Entlohnung braucht. Wir müssen sehr aufpassen, dass diese Einsicht nach der Pandemie nicht wieder verloren geht.

Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann, Vorsitzende der RKHD und Rektorin der Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe Bochum

Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsberufe sind einer stetigen politischen und systemischen Marginalisierung ausgesetzt, obgleich gerade diese Berufe gesellschaftliches Miteinander und Wirtschaftlichkeit, auch in weiteren Branchen, erst ermöglichen. Gemäß des Zitats: „Und man sieht die im Lichte, Die im Dunkeln sieht man nicht.“ (B. Brecht) möchten wir mit dieser Aktionswoche die hohe Relevanz der sozialen Berufe ins Scheinwerferlicht stellen.

Dr. Annett Herrmann, Stabstelle Berufliche Bildung und Qualifizierung in sozialen Berufen, Vorstandsbereich Sozialpolitik, Diakonie Deutschland und Leitung des Projektes „Take care! Zur Attraktivität sozialer Berufe“

Ich freue mich über alle, die sich für eine Ausbildung oder ein Studium in den Sozial-, Gesundheits- oder Bildungsberufen entscheiden. Und ich bin dankbar für alle, die als Sozialarbeiterin oder Kindheitspädagoge, Pflegekraft oder Heilpädagogin in ihrem Beruf arbeiten. Ohne diese Menschen würde unsere Gesellschaft nicht nur ihrer Aufgabe als Sozialstaat nicht entsprechen können, sondern auch ein wenig menschliches Gesicht entwickeln. Deshalb setze ich mich gerne für Rahmenbedingungen ein, diese Berufe attraktiv und lebenswert zu gestalten.

Prof. Dr. Barbara Städtler-Mach, Präsidentin der Evangelischen Hochschule Nürnberg


Take care, dass ist das, was Erzieherinnen seit über 180 Jahren tagtäglich tun. Die professionelle Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ohne die große Berufsgruppe der Erzieherinnen nicht denkbar. Diese sozialen Berufe sind wesentlicher Bestandteil der sozialen Teilhabe aller Menschen und das von Geburt an. Gelebte Begleitung, Unterstützung und Förderung der Kleinsten genauso wie der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ein unerlässlicher Bestandteil unseres Gemeinwesens.

Astrid Hofmeister, Vorsitzende des Bundesverbandes ev. Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA)

In sozialen Berufen sind Menschlichkeit und Hingabe gefordert. Gerade die Diakonie bildet Menschen in allen sozialen Berufen aus und gibt ihnen neben den gesellschaftlichen auch die christlichen Werte mit. Diese Werte werden weitergegeben an Kinder, Jugendliche, sozial Benachteiligte, Kranke und Alte und alle die, die besonderen Schutz und Hilfe benötigen.

Anna Leonhardi, Geschäftsführerin Deutscher Evangelischer Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP)

Menschen in „Care“-Berufen übernehmen große Verantwortung für uns, unsere Kinder und unsere (Groß-) Eltern. Diese Verantwortung verlangt eine dringende Aufwertung des gesellschaftlichen Ansehens dieser Berufe und attraktivere Arbeitsbedingungen.

Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles

Wertschätzung für die sozialen Berufen beginnt bei den Ausbildungsbedingungen und hört bei den Arbeitsbedingungen noch lange nicht auf!

Aike Schäfer; PiA-Ausbildung Jahr 2/3; Evangelisches Berufskolleg Wittekindshof in Bad Oeynhausen und im Vorstand der Studierendenvertretung evangelischer Ausbildungsstätten (SVeA)

Unsere Gesellschaft baut auf die Arbeit in den Kitas. Ohne sie läuft nichts! Pädagogische Fachkräfte sorgen – oft unter schwierigen Bedingungen- professionell für das Kostbarste unserer Gesellschaft, unsere Kinder. Sie stehen für mehr Bildungsgerechtigkeit und entlasten die Eltern.

Dr. Elke Alsago, Fachreferentin der stellvertretenden ver.di-Vorsitzenden Christine Behle, Bereich Fach- und Berufspolitik Sozialer Arbeit, Schwerpunkt Kita, ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft und Mitglied des Vorstandes der BAG-BEK

Man stelle sich vor, wir lebten in einer Gesellschaft ohne soziale Berufe und ohne Menschen, die diese ausfüllen. Das ist eigentlich unvorstellbar. Es wäre in jedem Fall eine schlimme Dystopie. Das zeigt, wie wichtig die sozialen Berufe für eine lebenswerte und menschliche Gesellschaft sind. Ich bin zutiefst dankbar, in einer solchen Gesellschaft leben zu dürfen.

Dr. Gerhard Timm, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (BAGFW)

Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger ermöglichen Menschen mit Assistenzbedarf die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft. Aufgrund ihrer fundierten Ausbildung sind sie die Fachkräfte in Deutschland, im Hinblick auf die Vernetzung von Teilhabe, Bildung und Pflege in der Begleitung von Menschen. Sie werden somit zu Wegbereiter*innen einer inklusiven Gesellschaft.

Birgit Thoma, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsstätten für Heilerziehungspflege in Deutschland e.V.

Pädagogische Fachkräfte in Kitas übernehmen vergleichbar verantwortungsvolle Aufgaben für die Bildung und Erziehung von Kindern wie Lehrkräfte an Grundschulen.

Prof. Dr. Petra Völkel, Professur für Entwicklungspsychologie und Elementarpädagogik im Studiengang Kindheitspädagogik der EHB und Mitglied des Sprecher*innenkreises der Bundesarbeitsgemeinschaft Fort- und Weiterbildung in der Diakonie (BAG FWD)

Ohne die Profis im Sozial- und Gesundheitswesen geht nichts. Gut, dass sie mit wachsendem Selbstbewusstsein mehr Geld und Personal fordern.

Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstand, Leiterin der Fachbereiche Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen, zuständig für Gesundheitspolitik sowie die Personengruppe Jugend

In der modernen arbeitsteiligen Gesellschaft, in der Familien oft nicht in den Netzwerken von Familie oder Gemeinschaft gehalten und getragen werden, sind Menschen zur Bewältigung des Lebens auf die Unterstützung anderer angewiesen. Diese muss zuverlässig und auch unter schwierigen Bedingungen belastbar erfolgen. Dafür braucht es stabile Hilfestrukturen und hohe fachliche Kompetenz. Mit ihrem Einsatz ermöglichen Menschen in sozialen Berufen vielen Familien überhaupt erst ein gelingendes Leben durch stabile Rahmenbedingungen für die Kinder, die Pflege der Eltern, die Teilhabe für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung.

Frank Stefan, Vorsitzender des Bundesverbandes evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB)

Die Arbeit im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen ist die Arbeit an der Essenz unserer Gesellschaft und sie ist die Arbeit an der Zukunft unserer Gesellschaft. Das Bewusstsein um diese Bedeutung sollte handlungsleitend dabei sein, wie wir soziale Berufe ausbilden und welche Anerkennung wir den Beschäftigten zeigen.

Kai-R. Timpe, Geschäftsführer des Berufs- und Fachverbandes Heilpädagogik (BHP) e.V.

Was die Corona-Pandemie lehrt, ist in Sozialer Arbeit alltägliche Erfahrung: Menschsein bedeutet nicht nur der Wunsch nach Autonomie und Eigenständigkeit, sondern in allen Lebensphasen sind Menschen verletzlich und aufeinander angewiesen. Soziale Arbeit, die auf das Verhindern und die Bewältigung sozialer Probleme abzielt, befasst sich im Kern mit den Gegebenheiten des gebrechlichen Lebens und den Auswirkungen ungleicher Lebensverhältnisse. Es ist jetzt höchste Zeit und gute Gelegenheit, die Frage der Unverzichtbarkeit von Care-Arbeit und den Wert des Sozialen für das Gemeinwesen erneut und laut zu stellen. Die Perspektive der Wissenschaft Soziale Arbeit muss in Gremien zum Umgang mit Covid 19 einbezogen werden.

Prof. Dr. Barbara Thiessen, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA)

Damit ein professioneller Standard im Berufsfeld Erzieherin gehalten werden kann, erfordert dies eine bundesweite generalistische Ausbildung. Dies würde zu einem gleichen Wissensstandart bei allen Erzieherinnen führen.

Ellena Hartleitner; Regelausbildung Jahr 4/5; Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik in Freiburg und Vorstand der Studierendenvertretung evangelischer Ausbildungsstätten (SVeA)

Soziale Berufe benötigen qualitativ hochwertige und passgenaue Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote. Berufliche Bildung und Qualifizierung sind wesentliche Teile einer kompetenzorientierten betrieblichen Personalentwicklung & Personalbindung.

Christian Foltz, Stiftung Eben-Ezer, Leitung Personalmanagement, Ressort Personalplanung und und Mitglied des Sprecher*innenkreises der Bundesarbeitsgemeinschaft Fort- und Weiterbildung in der Diakonie (BAG FWD)

Hinsehen, wo andere wegschauen und hingehen, wo andere sich abwenden, das machen Soziale Berufe. Sie helfen damit, Spaltung zu überwinden.

Christian Bakemeier, Geschäftsführung Bahnhofsmission Deutschland e.V.

Unsere Gesellschaft ist mehr denn je auf die Sorge-Arbeit angewiesen. Die hauswirtschaftliche Betreuung und Versorgung ermöglicht allen Menschen gleichberechtigt gute Chancen zur Lebensgestaltung im Alltag. Die professionelle Hauswirtschaft ist in der Praxis als Partner der sozialen Berufe in multiprofessionelle Teams eingebunden, übernimmt Verantwortung und ermöglicht mehr Lebensqualität.

Sigried Boldajipour, Präsidentin, Deutscher Hauswirtschaftsrat e.V. (DHWiR)

Die Evangelische Kindergartenarbeit stellt das Kind mit seinen Gaben und Begabungen in den Mittelpunkt. Dafür brauchen wir qualifizierte Fachkräfte, die mit ihren Wertvorstellungen und Haltungen Orientierung bieten und die Selbstbildungskräfte der Kinder achten und stärken. Für unsere Kinder!

Dr. Carsten Schlepper, Vorsitzender der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder (BETA)

Ohne soziale Berufe geht es nicht! Unsere Gesellschaft profitiert vom Engagement dieser Berufsgruppe als wichtigem „Rädchen im Getriebe“. Diese Personen sind täglich da um unsere Welt besser, erträglicher und lebenswerter zu machen.
Sie verdienen Wertschätzung, eine angemessene Bezahlung und adäquate Arbeitsbedingungen.

Brigitte Bysh, Vorsitzende des Vereins für Internationale Jugendarbeit Bundesverein e.V. (vij)

Eine gute Ausbildung braucht auch praktische Anteile, um das theoretische Wissen in der Praxis anwenden und festigen zu können. Dadurch bauen Studierende einen Grundstock von Professionalität auf, die sich nach der Ausbildung verstetigen kann.

Laura Raudßus; Berufsbegleitende Ausbildung Jahr 4/4; Evangelischen Elise-Averdieck-Schulen in Rotenburg und im Vorstand der Studierendenvertretung evangelischer Ausbildungsstätten (SVeA)

Die vergangenen Monate haben sehr eindrücklich gezeigt: Erzieherinnen und Erzieher sind systemrelevant! Und zwar in zweierlei Hinsicht. Sie ermöglichen Eltern insbesondere (anderen) Müttern die Teilhabe am Arbeitsmarkt. Vor allem aber legen sie den Grundstein für die Bildungsbiografie der Kinder. Für diese Bildungsaufgabe müssen sie nicht nur sehr gut qualifiziert sein. Sie brauchen auch Rahmenbedingungen unter denen sie gut arbeiten können!

Prof. Dr. Kirsten Fuchs-Rechlin, Projektleitung Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) des Deutschen Jugendinstituts e.V.

© VdK / Susie Knoll

Können Sie sich Ihr Kind ohne Erzieherin in der Kita, Ihre Großmutter ohne Pflegekraft im Heim oder die behinderte Nachbarstochter ohne Heilpädagogin vorstellen? Ich nicht. Wir brauchen die sozialen Berufe. Wir brauchen die Menschen, die in den sozialen Berufen arbeiten. Sie sorgen für andere, und zwar jeden Tag. Sie sorgen dafür, dass es unseren Kindern, Eltern, Freunden und Bekannten gutgeht. Ohne sie geht es nicht. Sorgen wir auch für sie.

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverband VdK Deutschland e.V. (VdK)

© Picture People Mainz

Professionelle Pflege benötigt eine sorgende Haltung und eine (pflege-)wissenschaftliche Fundierung. Nur wenn beide Perspektiven gemeinsam zum Tragen kommen, kann gute Pflege gelingen.

Prof. Dr. Renate Stemmer, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP)

Kinder- und Jugendarbeit ist alltags-, lebens-, und zukunftsrelevant für jeden einzelnen und für die Gesellschaft. Qualitativ hochwertige Angebote erfordern ein hohes Maß an Professionalität. Um diese zu gewährleisten ist es besonders wichtig, soziale Berufe zu stärken.

Hansjörg Kopp, Generalsekretär des CVJM Deutschland e.V.

Füreinander sorgen – das ist zentral für ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft. Dafür braucht es neben starken Unterstützungsstrukturen in der Nachbarschaft insbesondere die sozialen Berufe. Diese Verantwortung hat eine entsprechende Wertschätzung verdient!

Ina Remmers, Gründerin von nebenan.de

„Take care!“ – Der englische Claim der Aktionswoche unterstreicht: Soziale Berufe sind Sorge-Berufe, unverzichtbare Berufe der Fürsorge, Vorsorge und Da-Seins-Sorge. Sie entscheiden über das Wie unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit und prägen eine Kultur der Achtsamkeit, des Miteinanders, der „Caritas“.

Eva M. Welskop-Deffaa, Vorstand Sozial- und Fachpolitik, Deutscher Caritasverband e.V.

Foto: fotogen-lingen.de

Die Corona-Pandemie zeigt momentan allen kleinen und großen Menschen, wie wichtig soziale Kontakte sind. Das soziale Miteinander ist die Basis unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Auch dass die dafür notwendige Kompetenz nicht einfach vom Himmel fällt, wird mit jedem Tag, den die Pandemie länger dauert, intensiver spürbar. Deshalb brauchen wir den gesellschaftlichen Rückhalt und die Anerkennung für alle, die sich in den sozialen und sozialpädagogischen Berufen mit Herz, Kopf und Hand für unsere Zukunft engagieren!

Dr. Ludger Mehring, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft katholischer Ausbildungsstätten für Erzieherinnen und Erzieher (BAG KAE)

Kinder lernen mit und von Anderen. Gerade durch die Corona-Krise, geschlossenen Einrichtungen und sozial distancing zeigt sich dies als Herausforderung.

Katharina Haller; Regelausbildung Jahr 4/4; Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik in Lahr

Die qualifizierte Versorgung von Patientinnen und Patienten steht für evangelische Krankenhäuser im Mittelpunkt ihres Handelns. Möglich wird dies, indem Mitarbeitende aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen in qualifikationsgemischten Teams zusammenarbeiten. Dabei haben sie den ganzen Menschen im Blick. Das bedeutet nicht nur eine moderne medizinische Versorgung, sondern auch Zuwendung in oft schwierigen Lebenssituationen. Daher nehmen die Pflege- und Gesundheitsberufe in ihrem Facettenreichtum eine Schlüsselfunktion im Krankenhausgeschehen ein. Dafür gebührt dieser Gruppe besonderen Dank.

Christoph Radbruch, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes e.V. (DEKV)

In der Arbeit mit erschöpften Müttern, Vätern und Pflegenden Angehörigen gelingt in der Müttergenesung das multiprofessionelle Zusammenspiel unterschiedlichster Berufsgruppen. Soziale Arbeit setzt sich hier wie Glieder einer (therapeutischen) Kette zusammen: Es wird zugehört, beraten, unterstützt, behandelt, versorgt, mobilisiert und verbunden. Lösungen für ein gesundes Leben werden dabei nicht allein auf individueller Ebene, sondern auch im Kontext gesellschaftlicher Bedingungen gesucht und gefunden. Soziale Arbeit in diesem Sinne ist systemrelevant. Sie braucht und verdient gesellschaftliche als auch politische Wertschätzung und Unterstützung.

Antje Krause, Vorsitzende des Evangelischen Fachverbandes für Frauengesundheit e.V.

Spätestens seit Beginn der Corona-Krise nimmt eine breite Öffentlichkeit die Systemrelevanz derjenigen wahr, die sich täglich für andere Menschen einsetzen – ob in Kitas und Pflegeheimen, in Familienberatungsstellen, Frauenhäusern oder in der Behindertenhilfe. Soziale Berufe sind sinnstiftend und halten unsere Gesellschaft zusammen – nicht nur in Krisenzeiten.

Ingo Dreyer, Hauptgeschäftsführer Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland e.V.

Wir qualifizieren junge Menschen für den Arbeitsmarkt. Vor allem aber bieten wir Bildung, die unsere Studierenden zu Verantwortung in Beruf und Gesellschaft befähigt. Das gehört nicht selbstverständlich zusammen! Absolvent*innen evangelischer Hochschulen bringen den „Kitt“ mit, der den Zusammenhalt und das gute Leben einer Gesellschaft ausmacht. Das sollte uns allen, im eigenen Interesse, viel wert sein!

Prof. Dr. Renate Kirchhoff, Vorsitzende der REF und Rektorin der Evangelischen Hochschule Freiburg

Eine wichtige Voraussetzung für die Qualifizierte Versorgung der Patientinnen und Patienten sind qualifiziert ausgebildete Mitarbeitende in der Pflege. Sie sind für unsere Krankenhäuser unverzichtbar. Qualifikationsgemischte Teams profitieren von der Vielfalt der Fähigkeiten, Erfahrungen und Talente. Darum können wir eine Abbrecherquote von regional bis zu 25 Prozent nicht akzeptieren: Für uns zählt jeder und jede Einzelne! Auf dem Weg zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann dürfen wir niemanden verlieren. Dafür setzten wir uns als DEKV politisch ein.

Melanie Kanzler, Verbandsdirektorin des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes e.V. (DEKV)

Unbedingte Anerkennung – Sorge umeinander – Solidarität. Darauf sind wir alle angewiesen, ohne Unterschied. Soziale Berufe – Heilpädagogik, Soziale Arbeit, Pflege und viele andere – leisten einen wichtigen Beitrag dazu, diese grundlegenden Werte als Gesellschaft zu leben und für jede Einzelne und jeden Einzelnen erfahrbar zu machen. Die Pandemie hat uns die Fragilität dieser Werte ins Bewusstsein gerufen. Umso wichtiger ist es, dass Anstellungsträger, Ausbildungsstätten und Hochschulen, Fachkräfte und Fach- und Berufsverbände zusammenstehen, sensibel bleiben für jede Form von Benachteiligung und Missachtung und gemeinsam Wege entwickeln in eine Zukunft, in der die Rechte aller Menschen respektiert und geschützt werden und die Politik wirksame Vorkehrungen gegen Ausschluss und für gelebte Solidarität trifft.

Sabine Schäper, Vorsitzende des Fachbereichstages Heilpädagogik

Take care – aufeinander achtgeben – füreinander sorgen – ist eine bedeutende Aufgabe dieser Zeit. Als professionell Pflegende wollen wir dies mit fürsorgender Haltung und auf der Basis der (Pflege-)Wissenschaft tun. Dafür setzen wir uns in Ausbildung, Studium sowie der Pflege in allen beruflichen Settings mit Blick auf den Nächsten wie uns selber ein.

Diakonieschwester Heike Lohmann, Ev. Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. und stellv. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände (ADS)